Auf dem Gemälde aus dem Jahre 1975 sind zu sehen (von rechts nach links): Schichtleiterin Vera Werner, die Bedienerinnen (Operatorinnen) Sigrid Oswald, Frau Wlodarzak?, Gudrun Gabriel, Gudrun Päckert und der Programmierer Erik Lingel.

‚Im Rechenzentrum‘ – Geschichte eines Gemäldes

Einleitend: Das Gemälde des Hoyerswerdaer Malers Kurt Klinkert ‚Im Rechenzentrum‘ stellt zusammenfassend die in vielen Skizzen verarbeiteten Eindrücke der Arbeitswelt im Rechenzentrum Hoyerswerda dar. Das Bild fand mit der Eröffnung des ZCOM einen würdigen Platz in der Dauerausstellung unseres Museums. Nach Aussagen von Herrn Beckert studierte Kurt Klinkert meist zu den Nachtstunden eine bestimmte Schicht und damit die Arbeit eines kleinen Personenkreises. Nach unzähligen ‚Sitzungen‘ wurde die Anwesenheit des Malers von den Mitarbeiterinnen kaum noch wahrgenommen. Herr Klinkert soll sich bei diesem Auftragswerk erstmals an die vordergründige Darstellung von Menschen gewagt haben. Das Werk wurde nach seiner Fertigstellung am 19. Dezember 1975 dem Rechenzentrum Hoyerswerda übergeben. (G. Walter nach einem Gespräch mit Herrn Beckert am 27. März 2018)


Auf dem Foto zur Übergabe des Bildes sind zu sehen (von rechts nach links):
Gudrun Gabriel, Kurt Klinkert, Vera Werner, Gert Beckert

Gert Beckert erinnert sich:
Bemerkungen zum Werk von  Kurt Klinkert ‚Im Rechenzentrum‘

Bei diesem Bild handelt es sich um ein Auftragswerk der Betriebsgewerkschaftleitung (BGL, Werkleitung des FDGB) im Braunkohlenveredelungswerk Schwarze Pumpe an das langjährige Mitglied des Mal- und Zeichenzirkels des KSP(Gaskombinat Schwarze Pumpe) Kurt Klinkert.

Im Herbst begannen die Studien zum Thema. In vielen Nachtschichtstunden beobachtete er die Bediener und fertigte eine Vielzahl von Skizzen an. In dieser Zeit entwickelte sich zwischen Maler und den später Dargestellten eine freundschaftliche Atmosphäre.

Weiter zum Bild:

Um die Verbindung zum KSP und dem Rechenzentrum in Hoyerswerda darzustellen, benutzte der Künstler einen Trick oder Kunstgriff. Der Blick aus dem Fenster zeigte die acht Schornsteine der Kraftwerke des KSP.

Mit der Bildung der ESPAG (Energiewerke Schwarze Pumpe AG) im Jahre 1990/91 war das Wandbild ‚Im Rechenzentrum‘ bereits im Abfallcontainer gelandet, wie berichtet wurde. Der neue Leiter des Rechenzentrums Hoyerswerda aus den alten Bundesländern erkannte den Wert des Kunstwerkes und bewahrte es in letzter Minute vor der Vernichtung. Wenn wir heute das Wandbild betrachten, das einen schönen Platz im Zuse-Computer-Museum in Hoyerswerda gefunden hat, sollten wir Herrn Jürgen Lehnhardt aus Wiesbaden Dank sagen.

gez. Gert Beckert, 26. März 2018

zurück zu „Computergeschichten“

Unser Newsletter

Bleiben Sie über unser Museum auf dem Laufenden.

 

Wir behandeln Ihre E-Mail Adresse vertraulich!

Unsere Partner